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Von Aalten bis Roermond und von Nordwest-Overijssel bis Nordbrabant – Martin Heinen wird von Sunvest häufig gebeten, an Plänen für neue Solarparks mitzuarbeiten. Als Ökologieberater bei Ecogroen in Amersfoort kennt er sich mit Flora und Fauna bestens aus. Aber wie sieht er eigentlich die Zunahme von Solarparks in den letzten Jahren?

Utrecht, Oktober 2023, text und fotografie Maarten Nota

Wer im Außenbereich tätig sein möchte, stößt schnell auf einige Grundregeln. Eine davon ist die Verpflichtung, vor der Realisierung eine gründliche Naturprüfung nach dem Naturschutzgesetz durchführen zu lassen. Diese wird von einem Ökologen durchgeführt, der prüft, ob keine geschützten Pflanzen, Tiere oder Flächen betroffen sind.

Was nicht verbindlich ist. Die Beauftragung eines Ökologen, um – wie im Fall von Sunvest – möglichst grüne Solarparks zu bauen. Und so arbeitet Sunvest an zwei Fronten mit dem Ökologieberater Martin Heinen und seinen Kollegen des Beratungs- und Ingenieurbüros Ecogroen zusammen. In diesem Beratungsunternehmen mit Niederlassungen in Zwolle und Amersfoort arbeiten mehr als 50 naturverbundene Menschen mit Begeisterung an der grünen Lebenswelt.

Grüne Pläne entsprechen dem Zeitgeist, können aber auch einfach nur Kalkül sein. Haben Sie das Gefühl auch bei Sunvest?

Heinen: „Um ehrlich zu sein, war ich etwas skeptisch, als ich Sunvest traf. Es hätte sein können, dass das Unternehmen aus dem Bau von Solarparks aus kommerzieller Sicht das Beste machen wollte. Ich weiß, dass viele Parteien ihren Plänen einen grünen Anstrich geben und dann denken, dass sie damit leichtes Spiel haben werden. Glücklicherweise habe ich in den Gesprächen schnell festgestellt, dass Sunvest aus einem anderen Holz geschnitzt ist, auch wenn das manchmal knifflige Folgen haben kann – wenn wir beispielsweise darauf hinweisen, dass ein Vorschlag die empfindliche Flora oder Fauna gefährden würde, während sie eine große Chance sehen. Das ist nicht einfach, aber zum Glück nehmen sie sich unsere Ratschläge immer zu Herzen. Oder wir suchen nach Alternativen.

Wie stehen Sie als Ökologe überhaupt zu Solarparks?

„Wir kommen nicht darum herum, dass wir Alternativen zu fossilen Brennstoffen finden müssen. Wind und Sonne sind gute Alternativen, ich sehe darin eine notwendige Entwicklung. Gleichzeitig halte ich es für enorm wichtig, dass wir mehr tun, als nur Flächen mit PV-Anlagen zu füllen. Für mich muss es immer eine Bereicherung durch die Erhöhung des natürlichen Wertes geben. Wenn diese Bereitschaft nicht vorhanden ist, werde ich einem Plan nicht zu stimmen.“

Verbindende Funktion

Am liebsten würden Heinen nur Parks im städtischen Bereich sehen, zum Beispiel in der Nähe von Gewerbegebieten, um das Landschaftsbild so wenig wie möglich zu beeinträchtigen. Die vielen Flachdächer eignen sich auch für Solaranlagen. Zugleich ist er realistisch genug, um zu wissen, dass dies nicht immer möglich ist. Deshalb setzt er auf eine Aufwertung der Natur, zum Beispiel in einem Gebiet, dessen Boden durch intensive Landwirtschaft verarmt ist. „Nehmen Sie Mais- oder Weideland“, fährt der Ökologe fort. „Dort ist der Naturwert in der Regel sehr gering, und man kann schon damit beginnen, dass man zum Beispiel entlang der Ränder eines Solarparks Grünstreifen anlegt. Diese Streifen erhalten dann eine Verbindungsfunktion von einem Naturraum zum anderen. Das muss gar nicht so kompliziert sein. Man passt sein Mähmuster an, um eine mehr einheimische und lokalere Flora zu schaffen. Oder man bringt zum Beispiel Insektenhotels und Nistkästen an.“

Das klingt zwar einfach, aber bringt es der Natur wirklich einen unmittelbaren Mehrwert?

„Auf jeden Fall, solange die Größe stimmt. Also nicht nur einen Ministreifen von ein oder zwei Metern. Das bringt wenig für die Gegend. Man sollte dann auf jeden Fall an eine Breite von 5 bis 10 m oder mehr denken, und das ist eine bewusste Entscheidung, denn dadurch verliert man Platz für Solarzellen.“

Und man braucht einen Profi wie Heinen, um wohlüberlegte Entscheidungen zu treffen. Das bedeutet zum Beispiel, dass man bei der Aussaat weiß, welche Art von Saatgut für diese Grünstreifen verwendet werden muss. Heinen: „Zu oft sehe ich Arten wachsen, die in diesem Gebiet nicht vorkommen, manchmal sogar überhaupt nicht in die Niederlande gehören. Das sieht zwar schön bunt aus, aber man verfehlt das Ziel, wenn es von Honigbienen nur so wimmelt. Das mag zunächst gut klingen, aber gerade die Wildbienen und Hummeln geraten dadurch unter enormen Druck. Diesen Arten geht es schlecht, obwohl sie für die Erhaltung der biologischen Vielfalt eine so wichtige Rolle spielen. Deshalb wähle ich immer einheimische und lokale Pflanzenarten und nicht die bunte Blumenmischung aus dem Gartencenter. Auf diese Weise können die Solarparks einen Beitrag zur Wiederherstellung der empfindlichen Natur leisten.“

Natürlich hört man manchmal Vorurteile über Solarparks. Man liest, dass unter den Paneelen nichts wächst. Stimmt das?

„Ich verstehe diesen Gedanken, und natürlich nehmen die Paneele einen Großteil des Sonnenlichts weg. Aber wenn man die Paneele in einem günstigen Winkel anbringt oder die Höhe variiert, kann man noch viel mit dem Boden machen. Es ist also nicht wahr, dass unter den Paneelen alles abstirbt. Vielmehr bietet ein wenig Schatten sogar zusätzlichen Raum für schattenliebende Pflanzen- oder Tierarten.“

Dunkelheit

Neben Pflanzenarten, die das Areal eines Solarparks bereichern, könnten auch Tiere die neue Anlage als sicheren Hafen sehen. Oder ist da nur der Wunsch der Vater des Gedankens? „Nein, ganz sicher nicht, denn ein großer Vorteil von Solarparks sind die relative Ruhe, die vielen Versteckmöglichkeiten und die Dunkelheit in der Nacht.“

Dabei gibt es Möglichkeiten, an die man denken sollte. Heinen: „Von einer grünen Strauchreihe oder Hecke als Nist- und Futterplatz für Vögel bis hin zur Anbringung von Turmfalkenkästen. Oder beispielsweise eine kräuterreiche Vegetation, um Mäuse und kleine Wühlmäuse anzulocken, oder der Einbau von Nist- und Fledermauskästen in Trafohäuschen. Ich plädiere auch immer dafür, die Zäune nicht ganz auf den Boden zu stellen, um im unteren Bereich Platz für Igel oder Marder wie Dachs und Hermelin zu schaffen.“

Weniger Paneele

Was auch immer man an Naturwert hinzufügt, alles beginnt mit der bestehenden und historischen Situation. Heinen: „Ich finde es sehr bedauerlich, wenn eine Fläche erst einmal komplett gerodet wird und damit alle heimischen Arten verschwinden. Diese Arten waren dort lange Zeit vorhanden und sollten meiner Meinung nach auch nach der Betriebszeit eines Solarparks erhalten bleiben. Ich plädiere dafür, sich die aktuelle Landschaft und die historische Struktur anzuschauen, um zu sehen, wie man sein Vorhaben darin verwirklichen kann und wie die Landschaftselemente ihren Platz so weit wie möglich behalten oder stärken können. Ich suche also immer nach Ideen, die langfristig gut für das Gebiet sind. Und wenn das bedeutet, dass etwas weniger Paneele aufgestellt werden können oder dass sie um ein bestehendes Stück Natur herum gebaut werden müssen, dann ist das eben so. Denn dafür ist mir die Natur viel zu lieb.“

Würden Sie gern mehr über Solarparks und die Natur erfahren?

https://zoninlandschap.nl/nieuws/i168/literatuurstudie-ecologische-inrichting-zonneparken

Wüssten sie gern mehr über den Wettbewerb zwischen Honigbienen und Wildbienen?

https://www.bestuivers.nl/concurrentie