Sunvest erhält Förderung für Solarpark mit Single-Axis-Trackern
Solarentwickler Sunvest hat staatliche Förderung für einen Agri-PV-Park mit einachsigen Nachführsystemen bewilligt bekommen. Die Förderung erfolgt im Rahmen der SDE++, dem niederländischen Pendant zum deutschen EEG: ein technologieneutrales Einspeiseprämiensystem, das die Differenz zwischen den Gestehungskosten und dem Marktpreis ausgleicht. Der Solarpark Schapendrift liegt in der Nähe von Uden, rund 25 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Die Gemeinde hat die Genehmigung für das Projekt bereits erteilt; derzeit befindet sich die Anlage in der weiteren Planungsphase vor dem Bau.
Die Förderung für nachgeführte Agri-PV-Systeme ist keine Selbstverständlichkeit: Sie setzt eine nachweisbare landwirtschaftliche Doppelnutzung voraus und stellt höhere Anforderungen an Planung und Betrieb als konventionelle Festaufständerungen.
Tracker auf 4,65 Hektar
Der Gesamtpark umfasst rund 20,4 Hektar. Das Kernstück des Agri-PV-Konzepts ist ein abgegrenzter Teilbereich von etwa 4,65 Hektar, auf dem einachsige Single-Axis-Tracker mit einer Leistung von 4 MWp installiert werden sollen. Auf dem Rest der Fläche sind konventionellere Aufstellungsvarianten sowie breite Natur- und Pufferstreifen geplant.
Die Tracker sind nord-südlich ausgerichtet und können per Motorsteuerung nahezu senkrecht gestellt werden – genau dann, wenn der Landwirt zwischen den Reihen pflügen, säen oder ernten will. Der geplante Reihenabstand beträgt sechs Meter. Der Flächendeckungsgrad der Modulbelegung liegt bei rund 40 Prozent des Agri-PV-Teilbereichs – ausreichend für wirtschaftliche Stromerzeugung, ohne die landwirtschaftliche Nutzung zu verdrängen.
Bifaziale Glas-Glas-Module
Vorgesehen sind bifaziale Glas-Glas-Module, die nicht nur direkte Einstrahlung von oben nutzen, sondern auch diffuses Licht, das von der Bodenvegetation reflektiert wird. Rund neun Prozent des einfallenden Lichts soll die Module durchdringen und den Boden darunter erreichen – eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Nutzpflanzen und extensives Grünland unter und zwischen den Reihen gedeihen können.
Die Systemhöhe der Aufständerung ist unter 1,50 Meter geplant, gemessen von der Geländeoberkante der angrenzenden Straße.
Maschinelle Mahd, Schafe im Winter
Das Grünlandmanagement unter und zwischen den Modulreihen ist zweistufig geplant. Zweimal jährlich wird die Fläche maschinell gemäht; das Mahdgut wird als Tierfutter abgefahren. In den Wintermonaten übernimmt eine lokale Schafherde die Nachbeweidung. Dieses Modell kombiniert wirtschaftliche Verwertung des Aufwuchses mit extensiver Bodenpflege.
Landwirtschaft bleibt Landwirtschaft
Der Landwirt behält auf dem Agri-PV-Teilbereich die volle Bewirtschaftung. Grundsätzlich ist die Fläche zwischen den Tracker-Reihen als Heuwiese vorgesehen. Entscheidet der Landwirt sich für eine andere Nutzung, bleibt ihm das freigestellt. Die Solaranlage liefert dabei ein stabiles Zusatzeinkommen, unabhängig von Ernteergebnis und Erzeugerpreisen. Für Sunvest ist das kein Nebeneffekt, sondern Bedingung: Agri-PV funktioniert nur, wenn die Landwirtschaft auf der Fläche tatsächlich weitergeht.
Netzkapazität als offene Variable
Wann genau mit dem Bau begonnen werden kann, hängt von der verfügbaren Kapazität im lokalen Stromnetz ab. Einen konkreten Inbetriebnahmetermin nennt Sunvest derzeit noch nicht.
